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Wir, welche die Unschuld verloren haben

Wir, welche die Zerstörer sind,
haben die Unschuld verloren vor langer Zeit.
Wir töten jene, die wir lieben
und wir lieben die Unschuld.
Krumm und schuldbeladen sind unsere Rücken
und wir werden nicht einziehen in das Reich,
in dem die Gerechten sind,
denn die Gerechten haben wir gemordet.
Der Trost aus unseren Mündern ist barer Hohn,
denjenigen, welche die Unschuld nicht verloren haben,
denn welchen Beistand kann der Zerstörer geben.

Wir, welche die Erkennenden sind
haben die Unschuld verloren vor langer Zeit.
Jetzt werden wir gequält von unserer Erkenntnis,
denn unsere Erkenntnis ist zerstörerisch.
Niemals werden wir trinken aus dem Flusse, der uns Vergessen schenkt,
jenen süßen Saft, der nur den Gerechten labt.
Was unschuldig ist kann töten, aber nicht morden,
doch für uns Erkennende ist jeder Tod ein Mord.
Wir werden nicht Erlösung finden,
denn es gibt keinen Weg in die Unschuld zurück.

Wir, welche die Mörder sind an jenen, die uns vertrauten,
haben die Unschuld verloren vor langer Zeit.
Wir werden verwesen im kalten Erinnerungsgrab,
und zerfressen von den Tränen, die unsere Opfer um uns weinten.
Die Zeit wird unsere Wunden nicht heilen,
denn Gnade kann nicht fließen für uns,
die wir die Mörder der Unschuld sind.
Denn wir haben die Unschuld verloren vor langer Zeit.

© Erich Romberg

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